Herbst 2017

Diese Reise nach Nepal begann mit einer spektakulären Bergwanderung: Ich beging den berühmten Helambu-Trek. 5 Tage in einer unglaublich schönen Natur, in Nationalparks und durch uralte Wälder und tiefe Täler. Der höchste Punkt war Tarepati, ein Abend und Morgen über den Wolken. Die Wanderung war dadurch erschwert, dass nach dem schweren Erdbeben 2015 immer noch einige Teile des Weges verschüttet oder abgerutscht waren und damit die Zeitplanung deutlich erschwert wurde. Wir mussten am Ende die Wanderung abkürzen, um gerade noch rechtzeitig ins Krankenhaus zum Workshop zu kommen.

Der Herbst-Workshop in neuem Format

In Dhulikhel und in der Gastrofoundation lag uns der Workshop im Herbst immer sehr am Herzen. Es ist ein Forum, zu dem man die erfahrensten Kollegen Nepals einladen und treffen kann. Es gibt einen regen Austausch und Zeit, Freundschaften zu pflegen. Vor allem aber dient er dazu, die Endoskopie in Nepal weiter zu entwickeln, neue Techniken einzuführen und zu begleiten und neben der Abteilung in Dhulikhel auch die Kollegen der anderen Krankenhäuser zu fördern und auszubilden.

In diesem Jahr gab es zwei Neuerungen: Die Vorträge und die praktische Ausbildungen wurden um den gastroenterologischen Ultraschall erweitert. Für die Kollegen ist es sehr wichtig, selbst diese Untersuchungen durchführen zu können, wenn auch in Nepal die Sonographie hauptsächlich durch die Radiologie durchgeführt wird.

Zum anderen hatte die Gastrofoundation in Deutschland einen Pathologen in die Gruppe aufgenommen, der einer der erfahrensten Spezialisten für gastroenterologische Pathologie ist, Dr. Lothar Veits. Nachdem ein wichtiger Teil der Diagnostik in der exakten Beurteilung der Gewebeproben besteht, hatten wir uns entschlossen, dieses Fachgebiet in Nepal ebenfalls zu stärken. Lothar Veits führte parallel zum endoskopischen Teil einen Workshop für Pathologen durch, der ein sehr großer Erfolg war.

Die erste Cholangioskopie

Um das Spektrum der Endoskopie in Nepal weiter zu entwickeln, versuchen wir schrittweise weitere Techniken einzuführen. Meistens ist das Problem hierbei nicht die Schulung der Kollegen, die in ihren Fähigkeiten bereits weit fortgeschritten sind. Es ist wichtig, Firmen zu finden, die Geräte zur Verfügung stellen, die weitere Finanzierung und auch die Reparatur und den Erhalt der Gerätschaften zu sichern. Nachdem die Firmen meist nicht in Nepal sind, sondern in Europa, ist dies nicht so einfach.

Ich hatte von der Firma Polydiagnost, mit der ich in Deutschland seit Jahren zusammenarbeite, mehrere Cholangioskope mitbekommen. Hiermit kann man mit einem sehr dünnen Endoskop in den Gallengang hineinspiegeln und damit eine direkte Sicht auf die Verhältnisse dort. Dies ist für die Behandlung sehr großer Steine und die Unterscheidung von Gallensteinen und Tumoren sehr wichtig.

Mit großer Freude konnten wir damit außerhalb des Workshops erstmalig in Nepal eine Cholangioskopie durchführen!