April 2026

Endlich wieder in Nepal!

Die Projekte brauchen immer wieder persönliche Kontakte und Gespräche, man braucht Zeit zum Reden, auch über andere Dinge - sind die Freunde und Kollegen, die in Nepal die Projekte betreuen doch die, die die Hauptarbeit tun. Deshalb kann ich aus der Ferne immer nur einen kleinen Teil beitragen. Nachdem aber viele Ideen von mir kommen, ist es wichtig, sich abzustimmen und zu schauen, was erreicht wurde und wie die nächsten Schritte sein könnten, welche Unterstützung nötig ist.

Ich hatte ein paar Tage Zeit in Dhulikhel, allerdings musste der größte Teil auf den Frühjahrsworkshop der Endoskopie verwendet werden. Vor 10 Jahren haben wir mit diesem Workshop für Beginner angefangen, es war also ein Jubiläum und als Gründer war ich sehr dankbar, dass ich teilnehmen konnte.

Für die Projekte blieb dann deutlich weniger Zeit. Allerdings konnte ich mit Sanju, der wunderbaren Ernährungsberaterin, einiges besprechen, die Intensivstation besuchen und die aktuelle Lage abzuschätzen. Das Ziel ist in diesem Bereich die Gründung einer Abteilung für Ernährungsmedizin und die Vernetzung des Ernährungsteams mit anderen Abteilungen in Nepal und international.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Einführung von sozialer Arbeit im Krankenhaus. In den nepalesischen Krankenhäusern gibt es keine Sozialarbeiter, auch wenn es an den Universitäten diesen Studiengang gibt. Ich konnte ein intensives Gespräch mit Dr. Abha Shrestha führen, die die Abteilung für Community based Medicine leitet und die Situation in den armen Dörfern mit den Risikofaktoren für die Gesundheit erfasst und beschreibt. Wir tauschten unsere Erfahrungen und Ideen aus und planten die nächsten Schritte: weitere Zusammenarbeit mit der Tribhuvan University, Prof. Sukrita Rai, die den Studiengang Sozialarbeit leitet, Planung einer Einsatzmöglichkeit von Sozialarbeitern als Pilotprojekt, Workshop Social Work in the Health Sector für den Herbst.

Die Verletzbarkeit des Menschen

Eine schöne Besonderheit des Workshops war ein Festvortrag am Abend vor der Kongressparty, bei dem ich über ein Thema sprechen konnte, das nichts mit Endoskopie oder Ultraschall zu tun hatte. Ich habe dazu ein Thema der Ethik gewählt, das uns alle sehr betrifft: Die Verletzbarkeit des Menschen. Jeder kann jederzeit verletzt werden und in diesem Sinn sind wir alle voneinander abhängig. Diese Situation tritt im Fall einer Krankheit besonders zutage und bestimmt unser Verhältnis. In dem Bewusstsein eigener Vulnerabilität verhält ein Arzt sich in einer Weise, die den Patienten schützt und stärkt, ihm Freiraum zur Gesundung und Entwicklung gibt und ihn auf diesem Weg begleitet. Dankbar konnte ich diesen mir sehr wichtigen Vortrag halten!